Marisfelder SchlossParkNacht

Die Marisfelder SchlossParkNacht ist inzwischen die bekannteste und beliebteste Veranstaltung des Fördervereins zur Popularisierung und Bekanntmachung des Marisfelder Schlossparks. Bislang im Zweijahresrhythmus, immer am Vortag des jeweiligen "Tag des offenen Denkmals" stattfindend, kam es 2014 bereits zu ihrer vierten Auflage, die - wie schon die Vorgänger - zirka 1.000 Besucher in das Marisfelder Parkareal lockten.

 

Ist ein bloßer Spaziergang durch das reizvolle Parkgelände an sich schon ein besonderer Genuss, bietet sich mit dieser Veranstaltung gleich ein ganzer Programmreigen, der sich von unterhaltsamer Park- und Ortsgeschichte bis hin zu einem wahren Fest für die Sinne spannt: Fachkundige Parkführungen, liebevoll vorgetragenes Laientheater, dörfliches Kuchenbüfett, musikalische Neuentdeckungen, eine mystische Parkwanderung und vor allem ein künstlerisch inszenierter Blüten- und Lichtzauber zu nächtlicher Stunde bilden einen beeindruckenden Fächer an Unterhaltung und nachhaltiger Parkatmosphäre.

 

Seit der ersten SchlossParkNacht im Jahr 2008 liefert die aus Arnstadt stammende und heute in Stuttgart lebende Künstlerin Antje Rittermann gewissermaßen den Zenit dieser Parkveranstaltung. So lässt sie vor den Augen der Besucher ein geradezu magisches Zusammenspiel von Lichtinstallationen und natürlich gewachsener Parklandschaft entstehen. Dabei füllt die studierte Bildhauerin und Land-Art-Künstlerin Wiesenflächen mit hunderten von selbstgebauten leuchtenden Blütenkelchen, kaschiert Parklampen mit eigenwilligen Papiergebilden, bringt im Geäst von Bäumen und Büschen oder auf der Wasserfläche des kleinen Parkteiches aus recycelbaren Materialien gefertigte  Fische, Pfauen und andere Wesen zum Erstrahlen - ein mehrstündiger Lichter-Zauber, der mit der Dämmerung erwacht, um in der Dunkelheit der Nacht wieder zu vergehen. Bei der letzten Auflage ihres Marisfelder Parkzaubers inspirierten die Künstlerin besonders die Heckenlabyrinthe barocker Parkanlagen. Ihre Version war eine Art Irrgarten, dessen Wege leuchtende Blütenkelche markierten. Es ist nicht nur eine Frage der Umsetzbarkeit, sondern vor allem auch eine Grundüberlegung der Gestalterin, bereits Dargebotenes wieder aufzugreifen und mit neuen Gestaltungsattraktionen auszubauen und zu bereichern. So darf man schon jetzt auf das nächste Agieren von Antje Rittermann im Marisfelder Schlosspark gespannt sein.

 

 Winfried Wiegand, Januar 2016