Die Freiherren von Stockmar

Christian Friedrich v. Stockmar (1787 - 1863)
Christian Friedrich v. Stockmar (1787 - 1863)

 

Mit dem Besitzwechsel des Ritterguts Marisfeld von den Marschalken zu Ostheim auf Christian Friedrich von Stockmar im Jahr 1846 (nach Human: 1844)trat diese Coburger Persönlichkeit auch in die Geschichte des Marisfelder Schlossparks. Als Sohn eines Coburger Justizamtmanns nahm Christian von Stockmar nach erfolgreichem Medizinstudium 1812  die Stelle eines Stadt- und Landphysikus in Coburg an. Schon zwei Jahre später stieg er zum Leibarzt des Prinzen Leopold von Sachsen-Coburg-Saalfeld auf. Fortan zeigte sich seine außerordentliche Begabung als fürstlicher Berater auf dem Felde der Staatsdiplomatie. 1830 in den Freiherren-Stand erhoben, hatte er als Privatsekretär, Schatzmeister und Freund einen wesentlichen Anteil am Aufstieg Leopolds zum König der Belgier.

                                                                

 

Nach 1837 leitete Stockmar maßgeblich die Verhandlungen für den Ehekontrakt zwischen Victoria, der künftigen englischen Königin, und Albert von Sachsen-Coburg-Gotha. Als unentbehrlicher Ratgeber, staatspolitisch weitsichtig und liberal geprägt, war er viele Jahre in Europa unterwegs. Er hielt sich vor allem am englischen Hof auf und damit im Land einer  für das 18./19. Jahrhundert prägenden Parkkultur. So liegt der Gedanke nahe, dass er die Idee des Landschaftsparks auch in sein erworbenes Marisfelder Anwesen trug. Ihm werden Verdienste um die christliche und israelitische Gemeinde in Marisfeld nachgesagt wie er auch die dortige Schule und das Armenwesen gefördert haben soll. Aufgrund seiner zahlreichen diplomatischen Verpflichtungen wird er allerdings für eine wirklich großangelegte Parkgestaltung in Marisfeld nicht die nötige Zeit gefunden haben.

Ernst v. Stockmar (1823 - 1886)
Ernst v. Stockmar (1823 - 1886)

 

Auch sein ältester Sohn, Ernst von Stockmar (1823 - 1886), der ab 1863 Patron und Gutsherr von Marisfeld war, wird als Kammerherr und Sekretär der Kronprinzessin Victoria von Preußen und als vielbeschäftigter Gelehrter, wahrscheinlich ebenfalls nur sporadisch das Marisfelder Parkareal entwickelt haben. So sind es vor allem einige überkommene Alt-Bäume, aber auch der Parkteich unterhalb des Schlosses, die zur Zeit der Freiherren von Stockmar den Beginn eines Landschaftsparks gebildet haben könnten.

 

Ein weiterer Sohn Christians, Carl von Stockmar, Hauptmann und Rittergutsbesitzer in Buch am Forst bei Coburg, verkaufte letztendlich 1882 das gesamte Marisfelder Rittergut an Hermann von Eichel.

 

 

 

Winfried Wiegand, Januar 2016